Das Spiel Fabelsaft von Friedemann Friese war sicherlich eines der Highlights der Messe. Am Sonntag ausverkauft, hat es den Weg in so manche Besuchertasche gefunden. Die lustige Aufmachung der Packung von Harald Lieske mit den Tieren im Dschungel läßt dabei auf ein Familienspiel schließen. Und so ist es auch: Spielbar für 2 bis 5 Spieler, ab 8 Jahre mit einer Spieldauer von 25 Minuten. Familienspiel-tauglicher kann es nicht werden.

Foto der Spielepackung Fabelsaft

Fabelsaft auf unserem Spieletisch

Worum geht es?

Wir sind Waldbewohner auf der Suche nach den leckersten Fruchtsäften des Waldes: Den Fabelsäften. Dazu sammeln wir Früchte und besuchen bestimmte Orte und Mitbewohner, die uns helfen, die begehrten Saftflaschen in unseren Besitz zu bringen. Witzigerweise ändern sich die Orte und Mitbewohner mit der Zeit. Je mehr Säfte wir sammeln, umso mehr Orte kommen dazu. Und wenn wir zwischendurch mal mit dem Sammeln aufhören, bleiben die Orte und Helfer uns doch erhalten. Der Spieler, der zuerst eine bestimmte Anzahl Fabelsäfte gesammelt hat, gewinnt die Spielrunde.

Wie spielt es sich?

Sehr spaßig. Die Rahmenbedingungen ändern sich regelmäßig und man muß die eigene Strategie bisweilen immer wieder anpassen. Das Glück beim Kartenziehen gibt normalerweise den Ausschlag für den Gewinn der Runde. Das ist aber für ein Familienspiel mit Kindern durchaus okay – kein Erwachsener kann irgendeinen Vorteil ausspielen. Während des Spiels hat es sich bezahlt gemacht, die Texte auf den Karten, die neu auf den Tisch kommen, laut vorzulesen. Die Kinder haben dabei eine diebische Freude, wenn sie eine der PvP-Karten nutzen und einem Erwachsenen in die Quere kommen.

Spielauslage Fabelsaft bestehend aus Plättchen, Figuren und Karten

Mitten im Spiel

Mit 2 Spielern spielt es sich nahezu linear: Wer den ersten Saft ziehen kann, gewinnt. Ich empfehle also, mindestens 3 Leute am Tisch zu haben. Mit der Zeit und mit anderen Orten wird das Spiel ein wenig komplizierter, dennoch denke ich, für Erwachsene alleine ist das Spiel nur ein Lückenfüller – und da gibt es wesentlich bessere. Für den Familientisch kann ich das Spiel jedoch uneingeschränkt empfehlen. Die Kinder lernen sogar ein wenig, es mit kleinen Strategien zu versuchen, um vielleicht doch vor dem Mitspieler an den Saft zu kommen.

Das Spiel hat außerdem einen leichten Legacy-Mechanismus, in dem man mit den Orten, mit denen man das Spiel unterbricht, im nächsten Spiel wieder anfängt. So spielt man sich durch die wechselnden Orte und Aktionsmöglichkeiten. Wenn man möchte, setzt man den Mechanismus zurück und fängt einfach beim Ort 1 wieder an.

Fazit

Für den Familien-Spieltisch eine Bereicherung: Die Aufmachung ist klasse und der sich verändernde Spielrahmen ein echtes Highlight. Die Regeln sind einfach, so dass man auch sehr schnell die erste Partie beginnt. Ich habe mittlerweile einen kleinen Zettel in der Packung, auf dem ich die unterschiedlichen Spielsituationen bei Unterbrechungen je nach Gruppe festhalte – ganz ähnlich wie bei Savegames bei Computerspielen 🙂 Die Kinder haben viel Spass an Fabelsaft, nur für eine reine Erwachsenen-Runde ist das Spiel zu sehr vom Zufall bestimmt. Aber wer das mag, der wird auch seinen Spass an Fabelsaft finden.